ADHS & Autismus im Arbeitskontext – warum Leistungsfähigkeit schwankt
„Erschöpfung entsteht nicht aus Schwäche, sondern aus Dauerkompensation.“
Viele neurodivergente Erwachsene beschreiben, dass sie fachlich problemlos performen – aber im Alltag an scheinbar „banalen“ Dingen scheitern: Meetings, Priorisierung, interne Abstimmungen. Das ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck einer anderen neurokognitiven Architektur.
Studien zeigen, dass Menschen im Autismus-Spektrum häufig Schwierigkeiten mit sozialer Feinabstimmung, impliziten Regeln und Rollenwechseln erleben (Di Martino et al., 2014, Nature Neuroscience).
Bei ADHS stehen hingegen Initiierung, Zeitmanagement und Priorisierung im Fokus (Kofler et al., 2024, Nature Reviews Psychology).
Komorbide Profile (ADHS + Autismus) bündeln diese Achsen: höhere Erschöpfung, komplexere Kommunikationslast, schnellere Reizsättigung.
Dass nur ~30 % autistischer Erwachsener reguläre Beschäftigung haben (ONS, 2024), hängt daher weniger mit Kompetenz, sondern mit Umfeldkompatibilität zusammen.
Was hilft?
Explizite Kommunikationswege, Priorisierungshilfen, Reizbudgetierung – und psychologische Sicherheit. Nicht „fix the person“, sondern „fix the interface“.
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