Rejection Sensitive Dysphoria (RSD) im Berufsleben ist ein Thema, das kaum sichtbar, aber hoch relevant ist.

RSD beschreibt eine extreme emotionale Empfindlichkeit gegenüber vermeintlicher Zurückweisung. Im Berufsalltag reicht schon eine kurze Funkstille, ein distanzierter Blick oder ein neutral formuliertes Feedback, um den Körper so reagieren zu lassen, als stünde alles auf dem Spiel.

Diese Reaktionen sind keineswegs irrational, sondern neurobiologisch erklärbar. Häufig führen sie zu Rückzug, übertriebener Anpassung oder zu Überarbeitung. Manche versuchen, Kontrolle über Beziehungen zu behalten, indem sie sich selbst ganz zurücknehmen.

Ich schreibe nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis. Ich weiß, wie viele Menschen mit dieser Form der Reizverarbeitung täglich in Strukturen arbeiten, die keine Sprache dafür haben. Wir sprechen viel über Resilienz und wenig über emotionale Sicherheit. Wir reden über Leistungsfähigkeit und selten über Systeme, die nicht permanent Triggerpunkte erzeugen.

Es geht nicht darum, Arbeitswelten zu verlangsamen. Es geht darum, sie klüger, menschlicher und differenzierter zu gestalten. Menschen mit RSD sind nicht schwach, sondern verfügen über ein sehr feines System, das unter den richtigen Bedingungen extrem präzise arbeiten kann. Vielleicht ist es an der Zeit, damit zu beginnen, solche Bedingungen zu schaffen.

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